Google Alerts ist kaputt. 5 bessere Wege, um Themen-Updates per Mail zu bekommen
by Tobi ·
Ich hatte jahrelang einen Google Alert auf "Free Epic Games". Die Idee: Bescheid bekommen, sobald ein cooles Game umsonst angeboten wird, ohne jeden Tag selbst nachzuschauen. Das hat mal mehr, mal weniger gut funktioniert.
Was wirklich kam: News-Seiten, die seit Monaten gleich aussehen. Foren-Threads von 2019. Drei Mal derselbe Artikel von drei verschiedenen Spam-Seiten. Und an dem Tag, an dem ein richtig gutes Spiel tatsächlich kostenlos war, kam nichts.
Wenn dir das bekannt vorkommt, liegt es nicht an deinem Suchbegriff. Google Alerts hat ein Grundproblem.
Warum Google Alerts nicht mehr funktioniert
Es sucht Wörter, keine Themen. Google Alerts schaut, ob dein Begriff irgendwo neu auftaucht. Ob der Artikel wirklich darum geht oder das Wort nur einmal im Footer steht, ist egal. Du willst wissen, was im DAX passiert, und bekommst jede Seite, auf der "DAX" vorkommt.
Die Ergebnisse sind unberechenbar. Manchmal kommen zwanzig Treffer am Tag, dann wochenlang gar nichts. Ob nichts passiert ist oder der Alert einfach nichts gefunden hat, weißt du nie. Und genau das macht ihn unbrauchbar, weil du dich nicht darauf verlassen kannst.
Niemand sortiert vor. Ein Alert ist eine Liste von Links. Keine Zusammenfassung, keine Einordnung, kein "das hier ist wichtig, das andere nicht". Du klickst dich durch und machst die Arbeit selbst.
Jedes Thema ist eine eigene Mail. Fünf Alerts heißen fünf Mails. Bei zehn Themen hast du dir dein eigenes Newsletter-Chaos gebaut, nur ohne die guten Inhalte.
Google Alerts gibt es noch und es ist kostenlos. Aber es ist ein Tool aus einer Zeit, in der das Netz kleiner war und weniger Spam hatte.
5 bessere Wege
1. Talkwalker Alerts: wenn du Erwähnungen tracken willst
Talkwalker Alerts ist im Prinzip Google Alerts, nur etwas besser gemacht. Ebenfalls kostenlos, du kannst deine bestehenden Google Alerts importieren und bekommst die Ergebnisse an jede beliebige Mail-Adresse oder per RSS.
Gut für: deinen eigenen Namen, deine Firma, Konkurrenten. Also alles, wo es wirklich um ein bestimmtes Wort geht.
Nicht gut für: Themen. Das Grundproblem bleibt, es sucht weiterhin nach Begriffen. Und auch hier berichten Nutzer, dass Alerts manchmal einfach nichts liefern.
2. Google News "Folgen": wenn du eh am Handy liest
In Google News kannst du Themen, Quellen und Orte folgen. Die landen dann in deinem Feed unter "Folgen". Das ist deutlich sauberer als Alerts, weil Google hier echte Nachrichtenquellen nutzt statt das ganze Netz.
Gut für: große Nachrichtenthemen, die du nebenbei verfolgen willst.
Nicht gut für: Mail. Du musst aktiv die App öffnen, und dann bist du im Feed und scrollst. Wer morgens einmal lesen und fertig sein will, verliert hier schnell eine halbe Stunde.
3. Ein RSS-Reader: wenn du deine Quellen schon kennst
Feedly, Inoreader oder ein anderer RSS-Reader sammelt alles von den Seiten, die du abonnierst, an einem Ort. Kein Spam, weil du die Quellen selbst auswählst. Viele Reader können dir auch eine Zusammenfassung per Mail schicken.
Gut für: Leute, die genau wissen, welche zehn Blogs und Seiten sie lesen wollen.
Nicht gut für: alle anderen. Du musst Quellen erst finden, Feeds einrichten und pflegen. Und du bekommst alles, was die Quelle veröffentlicht, nicht nur das, was zu deinem Thema passt. Am Ende hast du 300 ungelesene Artikel und das gleiche Gefühl wie vorher.
4. F5Bot: wenn es um Reddit und Hacker News geht
Ein kleines, kostenloses Tool mit genau einer Aufgabe. Du gibst Begriffe ein, und F5Bot schickt dir eine Mail, sobald sie auf Reddit, Hacker News oder Lobsters auftauchen.
Gut für: Gründer, Indie-Entwickler und alle, die wissen wollen, wo über ihr Produkt oder ihre Nische geredet wird. Reddit-Diskussionen findet Google Alerts so gut wie nie.
Nicht gut für: alles außerhalb dieser Plattformen. Es ist ein Spezialwerkzeug, kein Ersatz für Nachrichten.
5. Polyletter: wenn du Themen willst, nicht Treffer
Hier wird es ein bisschen Eigenwerbung, aber ich habe Polyletter genau deshalb gebaut.
Der Unterschied zu allen Tools oben: Du wählst keine Suchbegriffe und keine Quellen, sondern Themen. Diese Themen heißen Polys. Ein Poly ist zum Beispiel "Top-Gewinner im DAX", "Kostenlose Spiele auf Steam und Epic" oder "Markus Lanz Gäste und Themen". Jeder Poly liefert dir genau das, wofür er da ist, zusammengefasst und eingeordnet statt als Liste von Links.
Alle deine Polys kommen in einer Mail. Nicht fünf, nicht zehn. Eine.
Zurück zu meinem Epic-Games-Beispiel: Statt eines Alerts, der mir Spam-Seiten schickt, bekomme ich jetzt den Poly mit den kostenlosen Spielen. Der sagt mir, was es diese Woche gibt, und wenn es nichts gibt, steht da auch genau das.
Gut für: alle, die morgens einmal lesen und dann Bescheid wissen wollen. Märkte, Gaming, Politik, Unterhaltung.
Nicht gut für: das Tracken deines eigenen Namens. Dafür nimm Talkwalker.
Polyletter ist komplett kostenlos. Kein Testzeitraum, keine Kreditkarte.
Welches Tool für was
| Du willst... | Nimm |
|---|---|
| deinen Namen oder deine Firma überwachen | Talkwalker Alerts |
| große Nachrichtenthemen nebenbei verfolgen | Google News "Folgen" |
| zehn bestimmte Blogs an einem Ort lesen | RSS-Reader |
| wissen, wo auf Reddit über dich geredet wird | F5Bot |
| deine Themen jeden Morgen in einer Mail | Polyletter |
Ehrlich gesagt brauchen die meisten nicht ein Tool, sondern zwei. Eins für Erwähnungen, eins für Themen. Google Alerts versucht beides und macht beides nur halb.
Mein Vorschlag für heute Abend
Öffne google.com/alerts und schau dir an, welche Alerts du noch hast. Bei jedem fragst du dich: Habe ich in den letzten vier Wochen etwas Nützliches daraus bekommen?
Wenn nein, lösch ihn. Wenn es um einen Namen geht, zieh ihn zu Talkwalker um. Wenn es um ein Thema geht, schau, ob es dafür einen Poly gibt.
Und falls du lieber richtige Newsletter zu deinen Themen lesen willst, findet der Newsletter Finder in zwei Minuten die passenden für dich.