“Das Glück besteht darin, dass man die Dinge mit der gleichen Ruhe betrachtet, mit der man sie auch wieder loslässt.”
— Mark Aurel
Im Winter des Jahres 1224 saß der Franziskanermönch Johannes von Pian del Carpine in einer kargen Zelle in Italien und kopierte Manuskripte bei flackerndem Kerzenlicht. Als ein plötzlicher Luftzug das einzige Fenster aufstieß und seine mühsam angefertigten Pergamentblätter auf den kalten Steinboden wirbelte, blieb er regungslos sitzen, anstatt in Hektik zu verfallen. Er blickte der Arbeit nach, die nun im Staub lag, atmete tief durch und begann, jedes Blatt einzeln wieder aufzuheben, als hielte er sie zum ersten Mal in den Händen. In diesem Moment der Gelassenheit erkannte er, dass nicht der Besitz des Geschriebenen das Ziel war, sondern die Disziplin der Aufmerksamkeit, die er dem Augenblick entgegenbrachte.